Ich habe mich scheiden lassen

Ehrlich gesagt, war das schon längst überfällig, denn wir haben keine gemeinsamen Interessen mehr. Wir kommen nicht mehr miteinander klar. Jahrelang waren wir zusammen und gingen durch Höhen und Tiefen. Irgendwie bin ich total froh darüber, dass es jetzt endlich vorbei ist. Ich habe mich schon gefragt, wie wir es überhaupt bisher miteinander ausgehalten haben. Das war einfach nichts mit uns. Im Prinzip war das ganze schon zum Scheitern verurteilt, bevor es überhaupt anfing. Doch jetzt habe ich einen Neuen…

Lange Zeit habe ich mit der Angst zusammengelebt. Sie war schon in mir, seit ich im Natürlichen auf die Welt kam. Im Laufe der letzten Jahre habe ich Jesus, meinen Bruder, als meinen Herrn angenommen. Doch irgendwie wurde mein Leben nicht besser, weil ich ja auch so weiterlebte, wie bisher. Ich wusste es ja damals auch nicht besser. Obwohl die satanische Natur in mir ausgetauscht war und die göttliche Natur in mir Wohnung genommen hat war es so, wie wenn dieser Wechsel nie stattgefunden hat. Die Angst war nach wie vor der Motor in meinem Leben. Sie deckelte meinen neuen Geist. Dazu ging sie weiterhin ein- und aus in meiner Seele, in dem sie noch ihr Gesindel, wie z.B. die Minderwertigkeit, die Trauer, den Stress, den Ärger und die Religion mitbrachte und sich da ausbreitete. Außerdem lebte mich die Angst durch äußere Umstände, sowie durch Erziehung. Sie hielt mich gefangen durch ihre Art von Gefühlen und Gedanken. Der Mangel, den sie mir ständig vor Augen malte, führte dazu, dass ich mich immer um mich selbst drehte, da ich ihn ständig versuchte aus eigener Kraft zu beseitigen. Ich hatte keinerlei Lebensqualität, weil alles schwer war. Die Angst ließ meinen Körper wirklich alt aussehen. Die Tatsache, dass diese negative Energie mich ständig nur für ihren Zweck missbrauchte, ließ mich erkennen, dass dieses von den natürlichen Menschen gelebte Leben für mich nicht lebenswert war. Ich wollte auch auf die Dauer nicht mehr so weiterleben und war ständig auf der Suche nach dem Guten.

Dann endlich kam der Ausweg. Eines Tages lernte ich die Liebe kennen. Sie stellte sich mir einfach vor. Mir fiel gleich auf, dass sie völlig anders ist als das, was ich mal von ihr gehört hatte. Bei ihr ging es mir zum ersten Mal richtig gut. Sie zeigte mir, wer sie wirklich ist. Ich stellte zu dem fest, dass sie gar nichts mit dem Menschlichen zu tun hatte. Sie baute mich nur auf und wollte einfach nur, dass es mir immer gut geht. Und tatsächlich wurde das zunehmend sichtbar in meinem Leben. Bei jedem Treffen beschenkte sie mich, und das nicht zu knapp. Wir verbrachten immer mehr Zeit miteinander. Ohne dass die Liebe sich bei mir aufdrängte, warb sie um mich und hob mich immer nur hoch. Sie war so dankbar ein offenes Herz gefunden zu haben und wollte in jedem Moment mit mir und durch mich leben, für immer. Die Entscheidung, die nun vor mir lag, war sehr leicht. Ich sagte „ja“ zur Liebe und ließ mich damit von der Angst scheiden. Nachdem die Liebe als mein Scheidungsanwalt tätig war, vollzog sie die Trennung. Die Angst konnte keine Forderungen mehr gegen mich stellen, da sie zu schwach war gegen uns. Ab sofort war das Leben mit der Angst für mich Geschichte.

Ich bin sehr froh, dass ich mich für die Liebe entschieden habe. Wir genießen unsere Einheit. Ich habe jetzt so ein entspanntes Leben, wie noch nie. Dieses göttliche Wesen zeigt mir weiterhin, wer sie ist und wie sie lebt. Ich schaue sie so gern an, weil sie so unendlich schön ist. Ununterbrochen höre ich ihr zu, weil ich gar nicht mehr genug von ihr kriegen kann. So wohltuend ist diese Fülle des Lebens, die aus ihr heraus strömt und mich immer mehr übernimmt. Ihr Fassettenreichtum des göttlichen Ausdrucks, der unter anderem Freude und Geduld enthält, kennt keine Grenzen. Es ist das Schönste für mich jetzt ein Teil von ihr zu sein.

Und wenn ich mich doch mal kurz von außen ablenken lasse, so ist die Liebe mir überhaupt nicht böse, sondern zieht mich wieder zu sich hin, wenn ich es zulasse. Das heißt, wenn ich mal was mache, was nicht in ihrem Sinne ist, liebt sie mich weiterhin und hält allezeit die Gnade für mich bereit. Daher ist es völlig uninteressant für mich geworden mich außerhalb von der Liebe aufzuhalten, da es mir ja nicht gut tun würde.

Mittlerweile sieht man mir auch an, dass ich eins bin mit der Liebe. Diese göttliche Kraft gestaltet mich völlig um, so dass ich auch nach außen hin wie sie lebe. Die Angst und ihre Mitläufer können mich nicht mehr anklagen, noch sonst irgendeinen Fuß bei mir in die Tür setzen. Auf Rat meines Anwalts hin ignoriere ich ihr klopfen. Die Liebe nimmt die alten Prägungen jetzt aus meiner Seele heraus und beseitigt diese sogleich. Durch dieses wundervolle Wesen lebe ich immer mehr im „jetzt“. Ich beschäftige mich nicht mehr mit dem, was gestern war und morgen sein wird. So habe ich nun das allerbeste Leben, dass mir keiner mehr rauben kann.

Dieses göttliche Leben erlebe ich auch nach wie vor immer stärker mit meinem Partner, den mir die Liebe hier geschenkt hat.

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